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ISO/IEC 27001 ist ein international anerkannter Standard für Informationssicherheit. Er beschreibt, wie Unternehmen ihre sensiblen Informationen systematisch schützen. Darunter zählen zum Beispiel Kundendaten, Vertragsdokumente, Zugriffsrechte und interne Prozesse. Kern der Norm ist ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS): ein klar geregeltes Vorgehen, mit dem Risiken erkannt, passende Schutzmaßnahmen umgesetzt und regelmäßig überprüft werden.
Gerade in Deutschland sind die Anforderungen hoch: Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und die DSGVO geben vor, wie personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen (fair und rechtmäßig, nur für klare Zwecke, korrekt und aktuell). Für viele Unternehmen ist die praktische Umsetzung eine Herausforderung. ISO 27001 liefert dafür ein bewährtes Rahmenwerk, um Datenschutz und Informationssicherheit strukturiert zu organisieren.
Wichtig: Eine ISO-27001-Zertifizierung bedeutet nicht nur „wir achten auf Sicherheit“, sondern dass das ISMS von unabhängiger Stelle geprüft wurde. Damit zeigt ein Unternehmen nachweisbar, dass Informationssicherheit und Compliance nicht dem Zufall überlassen werden, sondern fest im Alltag verankert sind.
Die Kosten für eine ISO 27001-Zertifizierung können je nach Unternehmensgröße und der Komplexität der bestehenden Strukturen stark variieren. Die Zertifizierung besteht aus mehreren Phasen, die jeweils Kosten mit sich ziehen. Anbei genannte Kosten sind daher Orientierungswerte:
Die Zertifizierung ist drei Jahre gültig. Im ersten Jahr wird die Zertifizierung selbst durchgeführt, während im zweiten und dritten Jahr Überwachungsaudits folgen. Eine Rezertifizierung nach Ablauf der drei Jahre verursacht dann erneut Kosten. Insgesamt sollte ein Unternehmen also nicht nur die einmal - sondern auch die Folgekosten einkalkulieren.
ISO-27001-Zertifikate dürfen nur unabhängige, externe Zertifizierungsstellen ausstellen. Diese prüfen in einem Audit, ob das Unternehmen die Anforderungen der Norm erfüllt, und stellen das Zertifikat bei erfolgreicher Prüfung aus.
Wichtig dabei: Die Zertifizierungsstelle selbst muss akkreditiert sein. Diese Akkreditierung ist der Nachweis, dass sie fachlich kompetent, unabhängig und glaubwürdig arbeitet und sorgt dafür, dass das Zertifikat von Kunden und Behörden anerkannt wird. In Deutschland ist dafür vor allem die DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle) relevant.
Viele Unternehmen wissen, dass ISO 27001 sinnvoll ist, verschieben die Zertifizierung aber trotzdem. Dabei ist sie oft ein klarer Hebel für mehr Sicherheit, weniger Risiko und mehr Vertrauen und wird damit häufig konkret verlangt.
Die wichtigsten Ziele und Vorteile auf einen Blick:
Besonders wichtig ist ISO 27001 für Unternehmen, die kritische Infrastrukturen (KRITIS) betreiben – also Organisationen, deren Ausfall gravierende Folgen für das Gemeinwesen hätte. Dazu zählen u. a. Bereiche wie Energie, Gesundheit, Transport/Verkehr, Finanzwesen, Telekommunikation und weitere zentrale Versorgungsleistungen.
Für KRITIS-Betreiber ist außerdem ein Nachweis angemessener IT-Sicherheit nach § 8a BSIG relevant. Ein ISO/IEC-27001-Zertifikat kann dabei als Bestandteil des Nachweises genutzt werden – sofern die vom BSI genannten Rahmenbedingungen erfüllt sind.
Aber auch außerhalb von KRITIS ist Informationssicherheit ein Management-Thema: Geschäftsleitungen müssen Gefahren, wie IT- und Cyberrisiken, angemessen steuern und Schäden bzw. Rechtsverstöße vermeiden. Eine ISO-27001-Zertifizierung ist zwar nicht immer gesetzlich vorgeschrieben, wird aber häufig als anerkannter, prüfbarer Standard genutzt, um Sicherheitsniveau und Sorgfalt nachweisbar zu machen
Die Zertifizierung dient als wichtiger Indikator dafür, dass ein Unternehmen seine Informationssicherheitspraktiken nach international anerkannten Standards organisiert und verwaltet. Bei einer ISO 27001-zertifizierten Organisation kann man davon ausgehen, dass:
1. Ein robustes Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) etabliert ist, welches kontinuierlich auf seine Wirksamkeit hin überprüft wird. Dieses System umfasst Richtlinien, Prozesse und Verfahren, die darauf ausgerichtet sind, sämtliche Informationen zu schützen – von Kundendaten bis zu Geschäftsgeheimnissen.
2. Regelmäßige Risikoanalysen stattfinden, um Sicherheitslücken zu identifizieren und zu schließen. Die Organisation hat Mechanismen entwickelt, um Risiken systematisch zu bewerten und angemessene Maßnahmen zu ergreifen, die aktuellen und zukünftigen Bedrohungen frühzeitig gerecht werden.
3. Ein starkes Bewusstsein für Sicherheit und entsprechende Schulungen für alle Mitarbeiter gefördert werden, was sicherstellt, dass das Personal die Bedeutung der Informationssicherheit versteht und diese im Arbeitsalltag umsetzt.
4. Sicherheitsmaßnahmen auf allen Organisationsebenen implementiert sind, einschließlich technischer, organisatorischer und physischer Maßnahmen, die ein umfassendes Engagement für den Schutz sensibler Daten und Systeme demonstrieren.
5. Einhaltung von externen Vorschriften und gesetzlichen Anforderungen gewährleistet ist, was in regulierten Branchen von großer Bedeutung ist. Die Zertifizierung unterstützt Organisationen dabei, Compliance-Anforderungen wie die DSGVO effektiv zu erfüllen.
Den Zertifizierungsprozess kann man in drei Phasen unterteilen. Die Dauer hängt jeweils von der Größe und den bereits implementierten Maßnahmen des Unternehmens ab. Kleine Unternehmen können die Zertifizierung bereits innerhalb 6 Monaten erreichen, während große Unternehmen auch länger als ein Jahr benötigen können. Daher dienen die genannten Werte nur als Richtlinien:
Am Anfang steht die Frage: Was genau soll zertifiziert werden? Dafür legen Sie den Geltungsbereich (Scope) Ihres ISMS fest – also welche Standorte, Teams, Systeme und Prozesse dazugehören. Dieser Scope wird später im Audit geprüft und muss klar abgegrenzt sein.
Dann folgt die Gap- und Risikoanalyse: Sie prüfen, welche Anforderungen Sie schon erfüllen und wo noch Lücken sind. Daraus entsteht ein realistischer Projektplan mit Rollen, Zeitplan und Prioritäten.
Typische Schritte:
Jetzt wird das ISMS „greifbar“: Richtlinien, Prozesse und Kontrollen werden dokumentiert und im Alltag umgesetzt. Ein guter Vergleich ist ein Sicherheits-Handbuch, das zeigt, wie Ihr Unternehmen mit Informationen umgeht, von Zugriffsrechten bis Notfallplänen.
Wichtige Bausteine sind u. a.:
Bevor es extern wird, kommt die Generalprobe:
Danach folgt das externe Audit in zwei Stufen:
Wenn beide Stufen erfolgreich sind, wird das Zertifikat ausgestellt.
Die Dauer hängt stark davon ab, wie gut Ihre Strukturen schon stehen. Viele Unternehmen brauchen mehrere Monate, bei komplexen Strukturen auch länger. Unternehmen mit bestehenden Sicherheitsprozessen oder einem bereits etablierten ISMS sind aber meist deutlich schneller.
Als grobe Orientierung:
Wichtig ist: ISO 27001 ist kein „einmal erledigt“, sondern ein System, das kontinuierlich verbessert wird (Planen, Umsetzen, Prüfen, Verbessern).
Die Auswahl der richtigen ISO-27001-Zertifizierungsstelle ist ein zentraler Schritt im Zertifizierungsprozess. Denn sie beeinflusst nicht nur Kosten und Zeitplan, sondern auch, wie pragmatisch und reibungslos das Audit abläuft. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Schritte.

Eine ISO-27001-Zertifizierung wirkt auf den ersten Blick komplex, ist aber gut planbar, wenn man den Prozess in klare Schritte zerlegt. Die folgende Checkliste zeigt die wichtigsten Aufgaben, von der ISMS-Planung über Risikoanalyse und Audits bis zur laufenden Verbesserung nach der Zertifizierung.
1) Verantwortliche festlegen
Bestimmen Sie ein kleines Team und klare Zuständigkeiten. Ohne Ownership wird ISO 27001 schnell zum Nebenprojekt.
2) Umfang festlegen (Scope)
Definieren Sie, welche Bereiche, Systeme und Standorte „mit zertifiziert“ werden sollen. Dieser Rahmen muss klar dokumentiert sein.
3) Regeln und Prozesse aufschreiben (ISMS aufbauen)
Erstellen Sie die wichtigsten Sicherheitsregeln und Abläufe: Wer hat Zugriff worauf? Was passiert bei einem Sicherheitsvorfall?
4) Risiken prüfen
Schauen Sie strukturiert: Was könnte passieren, wie wahrscheinlich ist es, und was wäre die Auswirkung? Daraus entstehen Prioritäten.
5) Implementierung der Schutzmaßnahmen
Setzen Sie Maßnahmen um, die die wichtigsten Risiken wirklich reduzieren (nicht nur „Papier-Sicherheit“).
6) Nachweise sammeln
ISO 27001 lebt von Nachvollziehbarkeit: Sie müssen zeigen können, dass Regeln existieren und umgesetzt werden.
7) Mitarbeitende informieren und schulen
Alle sollten die Basics kennen, besonders zu Daten, Zugriffen und Vorfällen.
8) Intern testen (internes Audit)
Machen Sie eine Generalprobe: Wo hakt es noch, bevor die Zertifizierungsstelle kommt?
9) Externes Audit – Teil 1 (Stage 1)
Hier geht es vor allem um Ihre Dokumentation: Ist alles vollständig und schlüssig beschrieben?
10) Externes Audit – Teil 2 (Stage 2)
Hier zählt die Praxis: Wird das ISMS im Alltag wirklich gelebt?
11) Dranbleiben
Das Zertifikat gilt drei Jahre und wird regelmäßig überprüft. Halten Sie Ihr ISMS aktuell und verbessern Sie es kontinuierlich.

ISO 27001 ist so verbreitet, weil der Standard für fast jede Organisation funktioniert. Er umfasst das gesamte Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) und berücksichtigt neben technischen auch organisatorische Prozesse und Nachweise. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Risiken es für Informationen gibt und wie man sie steuert. Daraus werden passende Maßnahmen abgeleitet. Außerdem ist ISO 27001 zertifizierbar: Eine unabhängige Stelle prüft das System und bestätigt es offiziell. Viele Alternativen sind dagegen enger zugeschnitten oder verfolgen ein anderes Ziel, etwa einen technischen Mindeststandard oder einen Bericht als Beweis für Kunden.
Konkret umfasst dieses „Konzept“ typischerweise:
Kurz gesagt: Das Sicherheitskonzept nach ISO 27001 ist das strukturierte Vorgehen, mit dem ein Unternehmen Informationssicherheit planbar, messbar und dauerhaft macht.
ISO 27001 ist vor allem ein Management-Standard. Er beschreibt, wie ein Unternehmen Informationssicherheit dauerhaft organisiert. Viele andere Standards setzen andere Schwerpunkte: manche sind branchen- oder länderspezifisch, manche sind eher Prüfberichte für Kunden, andere sind gesetzliche Pflichten.
Die DSGVO ist eine gesetzliche Pflicht in der EU. Sie regelt den Schutz und die Vertraulichkeit personenbezogener Daten und schreibt vor, wie diese verarbeitet werden dürfen. ISO 27001 ist kein Gesetz, sondern ein Managementstandard. Er hilft dabei, Informationssicherheit strukturiert umzusetzen und unterstützt damit die DSGVO-Compliance, ersetzt sie aber nicht.
SOC 2 ist häufig ein Prüfbericht, der Kunden zeigt, ob bestimmte Kontrollen wirksam sind, zum Beispiel zu Sicherheit, Verfügbarkeit oder Datenschutz. ISO 27001 geht umfassender an das Thema heran: Es verlangt ein dauerhaft funktionierendes Managementsystem, das Risiken steuert und sich kontinuierlich verbessert. SOC 2 ist eher ein Kontrollnachweis, ISO 27001 eher das System dahinter.
TISAX® ist speziell für Anforderungen in der Automobilindustrie und deren Lieferketten gedacht. ISO 27001 ist branchenübergreifend und weltweit einsetzbar. Ein TISAX®-Label ist nicht automatisch dasselbe wie eine ISO-27001-Zertifizierung – die Standards haben unterschiedliche Ziele und Bewertungslogiken.
Cyber Essentials ist ein UK-Schema mit wenigen, klar definierten technischen Mindestmaßnahmen gegen häufige Online-Bedrohungen. ISO 27001 ist deutlich umfangreicher: Es umfasst neben Technik auch Organisation, Prozesse, Risikoanalyse und kontinuierliche Verbesserung. Cyber Essentials ist eher ein Baseline-Check, ISO 27001 ein komplettes Sicherheitsmanagement-System.
Das NIST Cybersecurity Framework ist ein Orientierungsrahmen. Es strukturiert Cybersicherheitsarbeit in Funktionen wie Identify, Protect, Detect, Respond und Recover. ISO 27001 ist konkreter als Managementsystem aufgebaut und bietet eine zertifizierbare Grundlage. NIST CSF hilft bei Struktur und Reifegrad, ISO 27001 liefert den auditierbaren Nachweisrahmen.#
BSI IT-Grundschutz und ISO 27001 verfolgen dasselbe Ziel (Informationssicherheit), aber der Weg ist oft unterschiedlich: Grundschutz arbeitet stärker mit vordefinierten Bausteinen und Maßnahmen, während ISO 27001 typischerweise risikobasiert steuert.
ISO 27001 regelt Informationssicherheit insgesamt. ISO 27701 ergänzt (bzw. erweitert) diesen Ansatz um Datenschutz, also den strukturierten Umgang mit personenbezogenen Daten (PII) in Prozessen, Rollen und Belegen.
Gerade im Vertragsmanagement, wo besonders sensible Daten verarbeitet werden, schafft ISO 27001 eine verlässliche Grundlage für Zusammenarbeit und Vertrauen. Für viele Unternehmen kann die Wahl eines ISO-27001-zertifizierten Anbieters den Aufwand in Sicherheits- und Compliance-Prüfungen reduzieren, weil wesentliche Anforderungen und Nachweise strukturiert vorliegen. ContractHero ist als Software und als Unternehmen ISO 27001 zertifiziert, weil Datenschutz und Informationssicherheit für uns keine „Extra-Anforderung“ sind, sondern Grundlage jeder Zusammenarbeit.